Höchst blüht auf

Der vergessene Stadtteil

BILD Frankfurt, 26. September 2006
Höchste Zeit, dass sich was tut. Im Römer wurde der Rahmenplan Höchst beschlossen: 21 Mio. Euro (verteilt auf 10 Jahre) – überwiegend für Wohnungsbau.

Sanierung ist an vielen Ecken überfällig 80% der Wohngebäude wurden 1948 errichtet. Bausubstanz oft mangelhaft. Hausbesitzer, die sanieren wollen, sollten bei der Stadt anfragen. BILD erfuhr: Bis zu 400 Euro/qm gibt ́s ab Februar 2007 aus dem neuen Fördertopf.

Überhaupt, es tut sich was im Westen. Immer mehr Häuser in der historischen Altstadt strahlen frisch saniert. An Dalbergplatz und Bruno-Asch-Platz wird gebuddelt. 4,7 Mio. Euro für Grunderneuerung: Asphalt, Gehwege, Bahnunterführung, Beleuchtung. Sogar die jahrelang zugemauerten Klos im Bahnhof (28 000 Fahrgäste täglich) sind wieder geöffnet. Und das Mainufer an der Batterie lädt zum Spaziergang ein, dazu kommen Erholungs-Oasen mit Grünflächen und Strandcafé.

Dabei hatte Höchst (gut 13 000 Einwohner) lange so gut wie keine Lobby in der Stadtpolitik. Nach dem Niedergang der alten Hoechst AG galt der Stadtteil zunehmend als billige Wohngegend mit hohem Ausländerteil, hohe Kriminalitätsrate und Tendenz zum Vorort-Slum. Zumal das benachbarte Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach jede Menge Kaufkraft aus dem Stadtteil saugt.

Doch seit einiger Zeit wehrt sich Frankfurt: Das ehemalige Industriearbeiter-Quartier soll aufgewertet werden. So kauft die Stadt immer wieder leerstehende Häuser: Zuletzt in der Altstadt das Biringer-Gelände – ein Schandfleck mit 7 leerstehenden Häusern. Selbst mit der DB hat die Stadt einen Deal ausgeheckt: Für das Bahnhofsgelände gibt’s Baurecht – wenn die Einnahmen aus dem geplanten Hotel- oder Bürogebäude für die Sanierung des Bahnhofs verwendet werden. Angeblich hat die DB bereits einen Investor an der Angel – (in) Höchst willkommen.

Weiter zum Originalartikel (PDF-Ansicht)
Autoren: Sönke Schulenburg und Alexander Heimann (Fotos)
Quelle: BILD-Zeitung Frankfurt