Auf in den Urlaub am Main

Bärenwirt Frank Wellert eröffnete die zweite Saison in der Höchster Meldestelle

Höchster Kreisblatt, April 2007
Endlich ist der Sommer nun auch in Höchst angekommen: Mit der Saison-Eröffnung der „Meldestelle“, der Bistro-Bar am Mainufer, ist seit Samstag wieder entspanntes Liegestuhl-Liegen mit Aussicht auf den Fluss angesagt.

„Eigentlich wollten wir erst in zwei Wochen eröffnen, aber die Leute haben uns sozusagen dazu gezwungen, schon jetzt loszulegen“, meint Frank Wellert, der mit seiner Frau Evangelia und Familie den Sommergarten betreibt.

Die Besucher hat es nicht gekümmert, dass wegen der schnellen Eröffnung noch nicht alles so perfekt ist, wie es sich Wellert vorgestellt hätte. „Der neue Bistrowagen ist noch nicht ganz fertig und die Sträucher sind auch noch nicht richtig grün“, findet er. Gestört hat es keinen seiner Gäste: Am Wochenende blieb keine der 80 Liegen und acht Sitzgarnituren frei. „Wir konnten es kaum erwarten wieder herzukommen“, meint Patricia Klimsa, die es sich mit einem Schoppen in einem Liegestuhl in der Sonne gemütlich gemacht hat. „Sobald wir wieder von der Saison-Eröffnung gehört hatten, sind wir aus Schwanheim gekommen“, fügt ihre Mutter Irene hinzu, ebenfalls mit Apfelwein ausgerüstet.

Die Getränke gibt es an einem Ausschankwagen mit gediegener Ausstattung: Als Bar dient ein ehemaliger Imbiss-Wagen, der gut zwanzig Jahre lang seinen Dienst am Waldstadion verrichtete. Das Besondere ist seine Marke und das Baujahr: Ein Borco-Höhns aus 1964. „Das hier ist sozusagen der Ferrari unter den Anhängern.“ Wellert hat ihn vor der Schrottpresse gerettet. Vier Monate lang hat er ihn liebevoll restauriert und schwarz lackiert. „Das Dach ist abgerundet, mit runden Lüftungsluken. Dazu der tiefe Stand – einfach klasse“, schwärmt er. Der alte Barwagen vom vergangenen Jahr dient nun als Imbisswagen. „In spätestens zwei Wochen wird er fertig sein“, verspricht der Wirt. Dann wird es mediterranes Fingerfood zum Essen geben: Gefüllte Avocado, Flammkuchen, Brezeln.

„Alles soll dezent, aber hochwertig sein.“ Deswegen sind sämtliche Wagen auch in schwarz gehalten – ohne Werbung oder Aufschriften. Im Hintergrund spielt unaufdringliche Barmusik – zum Sonnenuntergang zündet Evangelia einige Fackeln an. „Wem es abends zu kalt werden sollte, der kann bei uns Decken zum einkuscheln bekommen“, sagt sie.

An eine spezielle Zielgruppe wolle er  sich mit der Bar nicht richten, meint Wellert. „Jeder, der Urlaub in der Stadt machen möchte, ist eingeladen.“ Und das meint er wörtlich, denn auf den Liegestühlen darf jeder so lange liegen, wie er will. „Auch wenn ein Gast nichts verzehrt, ist das für uns kein Problem. Nur selbst mitgebrachte Getränke wären unfair.“ Insgesamt also eine äußerst entspannte Atmosphäre, zu der auch beiträgt, dass es keine Bedienungen gibt, die ständig neue Getränke anbieten. „Deshalb haben wir uns für die Selbstbedienung entschieden.“

Wen es indes ins echte Wasser zieht, der sollte donnerstagsabends kommen: Um 18.30 und 20 Uhr legt der Fährmann von der „Meldestelle“ an und fährt in den Sonnenaufgang. Dazu ist das Deck mit Liegestühlen für Prosecco und Cocktails ausgestattet. Die „Sunset-Cruise“ nach Okriftel und zurück kostet vier Euro. „Es gibt aber auch Platz für Fahrräder.“ Wer nur den halben Weg mitreist, zahle auch nur die Hälfte.

Bei alledem will Wellert jedoch seine Hauptgaststätte, den Bären, nicht vernachlässigen. „Die meiste Zeit werde ich dort verbringen und hin- und herpendeln.“ Mit der Meldestelle wolle er vor allem mehr Menschen nach Höchst locken. „Denn hier ist es doch so richtig schön“, meint er, nimmt einen Schluck Bier und blinzelt in die untergehende Sonne.

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Autor: Bastian Klein
Quelle: Höchster Kreisblatt