Nah am Wasser

In und um Frankfurt bieten Beachclubs und Strandbars einen Hauch von Mittelmeer für Daheimgebliebene

Frankfurter Rundschau, 24. Juli 2009
Sand soweit das Auge blickt, dazwischen Palmen, Liegestühle und Volleyballnetze. Auf dem Grill brutzeln Steaks, auf den Sonnenliegen die Besucher. Farblich passen sie sich einander immer mehr an, während aus den Lautsprechern leise Musik dringt und irgendwo im Hintergrund die Wellen an Land branden.

Eine Idealvorstellung, wie Sandro Ciani zugibt – eine, die verdächtig nach Mittelmeerurlaub klingt. Doch auf der Offenbacher Hafeninsel ist es der Main, der ans Ufer brandet, und die Anreisezeit aus der Frankfurter City beträgt gerade mal 20 Minuten. Dann kann der Kurzurlaub im King-Kamehameha-Beachclub beginnen, so zumindest wünscht es sich Marketingmanager Ciani. „Wenn mann hier reinkommt, soll es ,Klick- machen“, sagt er, „und dann: Urlaub.“

Auf 11000 Quadratmeter erstreckt sich der künstliche Strand auf dem ehemaligen Hafengelände. 450 Kubikmeter Sand werden Jahr für Jahr aufgeschüttet, um dem eher schmucklosen Uferstreifen einen Hauch von Mittelmeer zu verpassen. Werktags um 15 Uhr öffnet der Beachclub seine Pforten, samstags bereits um 12 Uhr. Bis 18 Uhr am Abend ist der Eintritt frei, danach sind fünf Euro fällig.

Als der King-Kamehameha-Beachclub 2004 eröffnet wurde, gehörte er zu den Vorreitern im Rhein-Main-Gebiet. „Wir haben uns an den ersten

Clubs dieser Art in Hamburg orientiert“, erzählt Ciani. Dazu gehören regelmäßige Musikveranstaltungen, mit denen sich der Klub einen Namen gemacht hat. Doch mittlerweile ist das „Kinka“ mit seinem Sommerangebot längst nicht mehr allein in Rhein-Main. Bars und Clubs wetteifern um den besten „Platz an der Sonne“ – im besten Sinne des Wortes.

Über den Dächern Frankfurts konkurrieren das „Deck 8“ auf dem P&C-Parkhaus an der Konstabler Wache und die „Long Island Summer-Lounge“ auf dem Börsenparkhaus miteinander. Gastronomie und südländisches Flair inmitten des hektischen Trubels der Innenstadt versprechen beide und scheuen offensichtlich weder Kosten noch Mühen. Kleine Sandstrände, aufwendige Gastronomie und Swimmingpools zum Abkühlen. Orte, die an die Kulissen von „Reich und Schön“ erinnern, obwohl sie grundsätzlich jedem offen stehen.

In Frankfurt-Höchst setzt man hingegen auf Bodenständigkeit. Keine umfunktionierten Parkdecks, keine Volleyballnetze, nicht einmal Sand – und trotzdem hat sich die „Alte Schiffsmeldestelle“ als Strandbar etabliert. Liegestühle, viel Grün und die Nähe zum Main sind die Pfunde, mit denen Inhaber Frank Wellert wuchert: „Unsere Zielgruppe sind Leute, die den Urlaub vor der eigenen Haustür genießen wollen.“

Ein Satz, dem Sandro Ciani zustimmen würde, zumal die Gruppe der „Daheimbleiber“ weiter wächst. „Eine Familie mit drei Kindern fliegt heute nicht mal eben so in den Urlaub“, weiß der Marketingmanager. Dementsprechend versucht sein King-Kamehameha-Beachclub, das Angebot vor allem für Familien auszubauen, etwa mit eigenen Spiel- und Sportangeboten für Kinder. „Und wer mit dem Boot hier anlandet“, verspricht Ciani, „spart sich sogar das Eintrittsgeld.“

Weiter zum Originalartikel (PDF-Ansicht)
Online-Link: http://tinyurl.com/nmw3vs5
Autorin: Danijel Majic
Quelle: Frankfurter Rundschau Online